rechtliches

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Antworten sind von Experten aus den Bereichen Flüssiggas und Freizeitfahrzeuge, die eng in die Erstellung der Regelwerke eingebunden sind, nach bestem Wissen erstellt worden. Wir weisen jedoch darauf hin, dass die von uns gegebenen Antworten nicht rechtsverbindlich sind.

freie FAQs (13)

Hierbei handelt es sich um ein technisches Regel und Arbeitsblatt des DVGW (Deutscher Verein des Gas-und Wasserfaches e.V.).

Das Arbeitsblatt G 607 regelt den Betrieb und die Prüfung nach Inbetriebnahme von Flüssiggasanlagen mit einem Höchstverbrauch von 1,5kg/h zu Wohnzwecken in Straßenfahrzeugen und in Wohneinheiten zur vorübergehenden Nutzung. Betroffen sind somit Freizeitfahrzeuge, Mobilheime aber auch Hütten, feste (Caravan-) Vorbauten und winterfeste und ausgebaute Vorzelte auf Dauercampingplätzen.

Ausgenommen sind Fahrzeuge, deren Flüssiggasanlage gewerblich genutzt wird. Hierfür gibt es ein eigenes Regelwerk.

Bis Mai 2005 regelte das technische Arbeitsblatt G 607 in Deutschland den Betrieb, die Prüfung und die Neuinstallation von Flüssiggasanlagen zu Wohnzwecken in Straßenfahrzeugen. Seit Inkrafttreten der EN 1949 im Mai 2005 entfielen in der G 607 Vorgaben zur Neuinstallation. Seither müssen Neuinstallationen von Flüssiggasanlagen in Europa den Vorgaben dieser Norm EN 1949 entsprechen. Betrieb und Prüfung der Flüssiggasanlage sind weiterhin in der G 607 erfasst.


Diese Europäische Norm legt die Installationsanforderungen für Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen fest, wie z.B. für Caravans und Wohnmobile, aber auch z.B. für Rennsport- oder Pferdetransporter mit Wohnabteil für die private Nutzung.

Auch Mobilheime werden von der EN 1949 erfasst.

Die Einhaltung der EN 1949 wird in der Europäischen Heizgeräterichtlinie, die für die Erteilung einer Fahrzeuggenehmigung verpflichtend ist, für Fahrzeuge mit Flüssiggasheizungen zwingend gefordert.


Das DVGW Arbeitsblatt G 607 ist zwar kein Bundesgesetz jedoch ein vor Gericht anerkanntes technisches Regelwerk!

Das bedeutet, dass im Falle eines Gasunfalls die G 607 als Bewertungsgrundlage vor Gericht herangezogen wird.

Sollten Verstöße gegen die G 607 festgestellt werden, drohen straf- und zivilrechtrechtliche Konsequenzen. Eine nicht vorhandene oder abgelaufene Prüfbescheinigung kann so als (grobe) Fahrlässigkeit gewertet werden. Als Konsequenz droht somit auch der Verlust des Versicherungsschutz.

Viele Betreiber von Flüssiggasanlagen bzw. Besitzer von Campingfahrzeugen gehen fälschlicherweise davon aus, dass es sich (lediglich) um ein Verbandsregelwerk handelt, das keine rechtliche Verbindlichkeit hat. Dies ist definitiv nicht so!


An der am Heck des Fahrzeuges aufgeklebten Gasprüfplakette und dem Datum der letzten Gasprüfung, das in der gelben Prüfbescheinigung (Prüfbuch) vermerkt ist. Die Gasprüfung ist spätestens alle 24 Monate zu durchzuführen.

In jedem Fall ist es ratsam, vor einem Kauf das Gasprüfbuch, soweit möglich, mit der im Fahrzeug vorhanden Installation zu vergleichen. Oft werden vor dem Verkauf noch Modifikationen vorgenommen, die evtl. aus Unerfahrenheit oder Unkenntnis nicht regelkonform sind.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kann der Käufer auch eine neue (Wiederholungs-)Gasprüfung wünschen.


Der G 607 Sachkundige kann eine neue Gasprüfbescheinigung erstellen. Es handelt sich dann um eine sog. Neudokumentation und nicht um eine Wiederholungsprüfung. Dazu ist u.a. eine komplette Druck-, Sicht- und Funktionsprüfung (Brennprobe)  mit Überprüfung der Zulässigkeit der Gasgeräte (Typenschilder), Gasdruckregler, Rohrleitungen und Schläuche notwendig.

Bitte beachten Sie, dass je nach Fahrzeug ein erheblicher Mehraufwand für den Sachkundigen entstehen kann.


Die DIN EN 1949 kann in Deutschland über den Beuth Verlag in Berlin ( hier ) oder über den DVGW ( hier ) bezogen werden.


Das DVGW Arbeitsblatt G 607 kann entweder über den Beuth-Verlag ( hier ) oder über den DVGW ( hier ) selber bezogen werden.


An der Plakette erkennt man, in welchem Jahr und in welchem Monat die nächste Prüfung der Flüssiggasanlage fällig ist. Das Jahr der Fälligkeit erscheint in der Mitte der Plakette, der Monat der Fälligkeit steht jeweils oben (vergleichbar mit der Hauptuntersuchungsplakette).

Die “6” ist als Abgrenzung zur “9” eingefärbt. Die Einfärbung hat nichts mit der Fälligkeit zu tun ! Die unter dem abgebildeten Wohnmobil erscheinende Zahl ist eine fortlaufende Numerierung, um die Fälschung zu erschweren.

Pruefplakette48mm

im Juli 2015 geklebte Flüssiggas-Prüfplakette

im Juli 2015 geklebte Flüssiggas-Prüfplakette


Das Prüfbuch besteht aus der Dokumentation der Flüssiggasanlage für das jeweilige Fahrzeug bzw. die jeweilige Wohneinheit und aus drei hintereinander folgenden Prüfbescheinigungen für die Wiederholungsprüfungen.

Das Prüfbuch kann sowohl für Fahrzeuge, Mobilheime oder auch Wohneinheiten verwendet werden.

Wenn das Prüfbuch “voll” ist, sollte es nicht entsorgt werden, um eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen.

Pruefbescheinigung 2015 ZKF ZDK erste Seite


Grundsätzlich unterscheidet man:

Wohnmobile:

Die Prüfung ist verpflichtend, da der Wohnraum direkten Kontakt mit dem Fahrerhaus hat und somit die Flüssiggasanlage des Wohnraumes direkt auf die Fahrerkabine einwirkt. Die im Aufbau untergebrachte Heizung gilt somit auch als Fahrzeugheizung mit Einfluss auf den Fahrerplatz. Eine nicht vorhandene bzw. nicht mehr gültige Gasprüfbescheinigung wird bei der Hauptuntersuschung (HU) als erheblicher Mangel bewertet. Folglich wird eine HU- Plakette nicht erteilt. Dies gilt auch, wenn die Flüssiggasprüfung im Rahmen der HU vorgenommen wird und diese negativ ausfällt.

Wohnanhänger:

Bei Wohnanhängern ist zwar eine gültige Prüfbescheinigung der Flüssiggasanlage für den Erhalt der HU-Prüfplakette nicht zwingend erforderlich, eine wiederkehrende Prüfung der Flüssiggasanlage an Wohnanhängern ist aus Sicherheitsgründen jedoch absolut empfehlenswert.

Folgendes sollte jedoch unbedingt beachtet werden: Zahlreiche Campingplatzbetreiber, auch im europäischem Ausland, verlangen von Dauercampern oder vor dem Einchecken auf deren Platz eine gültige Gasprüfbescheinigung, die einen positiven Befund der installierten Gasanlage bestätigt. Hinzu kommt, dass im Falle eines Gasunfalls dem Betreiber bei abgelaufener oder nicht vorhandener Prüfbescheinigung haftungsrechtliche Konsequenzen drohen. Darüber hinaus sieht das Gefahrgutrecht keine Freistellung bei nicht vorhandener oder abgelaufener Prüfbescheinigung vor. Es können daher auch bei Wohnanhängern bei Kontrollen empfindliche Bußgelder verhängt werden.


Das Regelwerk G 607 schreibt spätestens alle 24 Monate eine Prüfung der Flüssiggasanlage vor. Sollte die Gasanlage repariert oder modifiziert werden, ist eine Abnahme der Arbeiten und Geräte von einem G 607 Sachkundigen unmittelbar nach der Reparatur nach den den Vorgaben des Regelwerks nötig. Hier ist es unerheblich, ob die Arbeiten durch den Betreiber oder eine Werkstatt durchgeführt worden sind. Die jeweilige Überprüfung ist immer erforderlich.

Achtung: Bei Neu- oder Ersatzinstallationen bezieht sich das Regelwerk immer auf die Norm DIN EN 1949!


Beim erstmaligen Ausbau eines ehemaligen Nutzfahrzeuges zum Freizeitfahrzeug findet eine sogenannte “ERSTINSTALLATION” der Gasanlage statt. Diese Installation muss der europäischen Norm EN 1949 entsprechen. Die Abnahme dieser Erstinstallation muss von einem anerkannten G 607 Sachkundigen vorgenommen werden. Dieser erstellt die Gasprüfbescheinigung incl. Konformitätserklärung.

Dem Selbstausbauer ist daher dringend zu empfehlen, schon vor bzw. spätestens  während der Installation einen anerkannten Sachkundigen nach G 607 zu Rate zu ziehen.

Das Datum der Erstzulassung des Fahrzeuges ist für die Begutachtung der Gasanlage nicht relevant. Entscheidend ist immer der Zeitpunkt der Inverkehrbringungs als Freizeitfahrzeug! Dies gilt auch beim Umbau bestehender Flüssiggasanlagen in einen bisher als Nutzfahrzeug genutzten Kastenwagen.


Aus Mangel an Erfahrung und/oder Fachwissen passiert es immer wieder, dass Teile der Gasanlage oder Geräte im Zuge einer Reparatur vom Besitzer falsch montiert oder falsch dimensioniert werden.

Auch NICHT für den Einsatz im Fahrzeug bestimmte Geräte, die aus Kostengründen oder Unwissen installiert werden, führten in der Vergangenheit immer wieder zu schweren, teilweise leider tödlichen, Gasunfällen.

So kann z.B. ein Druckregler ohne eingebaute Sicherheitseinrichtung dazu führen, dass die gesamte Gasanlage mit Flaschendruck beaufschlagt wird – mit fatalen Folgen! Als typisches Beispiel sei an dieser Stelle auch der festeingebaute Kartuschenkocher , der keine Zulassung für den Festeinbau in Fahrzeugen besitzt, zu nennen.


G 607 (nur für angemeldete Sachkundige) (12)

 

 

 

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